zeitweilig

Ein Blog ohne Sinn und Verstand

Posts Tagged ‘Stereotype

Das Problem mit den Formulierungen

In den Unterhaltungen, die ich in letzter Zeit geführt habe, fiel mir immer wieder auf, dass es für mich sehr schwierig war auf einige Aussagen meiner Gegenüber zu reagieren. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Äußerungen, die stereotypierend oder stark vereinfacht und dadurch diskriminierend waren. Durch die intensive Beschäftigung mit Feminismus und Diskriminierung in letzter Zeit, habe ich das Gefühl, dass mir solche Aussagen immer direkt ins Gesicht springen. Ich selbst bin der Überzeugung, dass Vorurteile und Stereotypen sich vor allem durch Reproduktion immer fester in uns verankern und genau dagegen sollte man doch angehen?

Zum einen habe ich dann aber die Schwierigkeit, die Gesprächspartner auf solche Aussagen hinzuweisen. Ich möchte natürlich auf die Ungerechtigkeit hinweisen, ich möchte es thematisieren und ich will anderen bewusst machen, was in ihren Worten alles mitschwingt. Aber ich möchte auch nicht Moralapostel spielen und ihnen dauernd auf die Finger klopfen, habe schlicht Angst letztendlich dadurch als Störfaktor angesehen zu werden.

Zum anderen ist es die Reaktion der Gesprächspartner, wenn ich denn einschreite und sie auf ihr Verhalten hinweise, welche mir Schwierigkeiten bereitet. Meistens wird der Einwand dann nämlich einfach relativiert: „jaja… Hast ja recht…“, „Jaja… Aber manchmal trifft das einfach zu…“, „Jaja… weißt doch, dass das nicht so gemeint war…“ (Jaja scheint sehr beliebt zu sein ;)). Ein tiefere Auseinandersetzung findet in dem Moment nicht statt.

Natürlich weiß ich, dass sie es nicht so meinen, sondern man in einer Diskussion oder einem Gespräch ja auch mal gerne provoziert oder es auch einfach lästig ist immer p.c. zu formulieren. In nicht so tiefsinnigen Gesprächen mag das dann gerade noch durchgehen und ich verdrehe vielleicht kurz die Augen, aber in tiefschürfenden Diskussionen ist meiner Ansicht nach so etwas fehl am Platz. Meinem Gefühl nach, wird gerade jede Diskussion über Feminismus durch so etwas extrem angeheizt und es herrscht ein Unverständnis, wenn man versucht deutlich zu machen, dass gerade in einer solchen Diskussion platte Verallgemeinerungen nichts zu suchen haben.

Was also tun? Um jeden Preis darauf beharren und seine Überzeugungen propagieren? Oder geht man bei guten Freunden darüber hinweg, weil man ja weiß was gemeint ist? Oder ist gerade das gefährlich? Kennt ihr das auch? Und wenn ja, wie geht ihr damit um und wie lebt ihr damit? Habt ihr euch Grenzen gesetzt, ab wann ihr einschreitet? Versucht ihr es mit Metakommunikation? Habt ihr euch nebenbei mit diesen Personen schon Gespräche darüber geführt und wie haben sie reagiert? Wie ist der Umgang mit nicht so vertrauten Personen?

Ihr merkt, ich würde da gerne eine kleine Diskussion anstoßen… :)

Written by zeitweilig

30. Juni 2011 at 14:36

„DIY Radikaler Feminismus“

Jojo hat mal wieder einen Comic über Feminismus veröffentlicht… Auf den ersten Blick mal wieder was zum Augen verdrehen. Geschickt benutzt er das von ihm als radikal feministisch deklarierte Vokabular zur Selbstabwertung, um einer Bewertung der Mode seiner Freundin zu entgehen:

„Legst du wirklich Wert auf die Meinung eines selbstgerechten priviligierten Arschlochs mit Penis?“

Ich glaube da ist ein wenig die Krux bei mir, dass der Feminismus als etwas abwertendes gegen Männer (bzw. ihn selbst) benutzt wird – Zielt der Feminismus doch auf eine Gleichberechtigung ab. Zudem wird das Vokabular im Gomig dazu benutzt, einer scheinbar ihm unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen und versperrt, trotz des darin enthaltenen ironischen Witzes, dem unbedarften Leser den Blick auf die eigentliche Bedeutung der Aussage.

Was mich aber wirklich stört: Es wird mal wieder eine Stereotype des Feminismus reproduziert, welche diesen als radikal und abwertend beschreibt. Daher finde ich die Situationskomik schon amüsant, kann mir aber vorstellen, dass einige Leser diese Aussagen gerne schnell anders interpretieren würden.

Das finde ich einerseits schade, weil es wieder eine Trolldiskussion starten könnte und sich die Antifeministen in den Kommentaren austoben können. Andererseits finde ich es wirklich gut, dass Jojo dies auf seinem Blog thematisiert und sich mit der Thematik auseinandersetzt sowie bspw. Sascha Lobos Beispiel folgt.

Written by zeitweilig

3. Juni 2011 at 11:31

Emanzipation ≠ Feminismus

Aufgrund eines Artikels ist mir nochmal etwas bewusst geworden, worüber ich schon früher oft diskutiert habe. Juliane Waack schrieb in ihrem Blog einen Artikel über die Unterscheidung von Emanzipation und Feminismus. Als Einleitung dazu schrieb sie:

Als Emanze wird man ja gerne mal bezeichnet, wenn man feministische Reden schwingt. Das darf auch weiter getan werden, aber synonym sollte man die Wörter nicht verwenden, denn Emanzipation und Feminismus sind nun wirklich nicht dasselbe.

„Emanze“ ist vom genus her schon weiblich und schnell schließt man daher auch nur auf Frauen. Es wird vorrangig dazu benutzt Frauen, die eine feministische Grundhaltung haben abzuwerten. Ich möchte gar nicht so sehr auf die Begrifflichkeiten eingehen, sondern auf ein anderes Phänomen hinweisen, dass mir immer wieder auffällt:

Sobald eine Frau also eine Position einnimmt, die sich für Gleichberechtigung ausspricht und darauf hinweist, dass Frauen in der Gesellschaft die Benachteiligten sind, wird fast augenblicklich eine Diskussion losgetreten, dass dies sooo unbedingt nicht richtig sei. Dass Männer ebenfalls benachteiligt wären, dass Frauen doch alles tun können was sie wollen und wir längst Gleichberechtigt seien usw. Etwas was man auch auf sämtlichen feministischen Blogs in den Kommentaren immer und immer wieder findet.

Spricht sich jedoch ein Mann für diese Gleichberechtigung aus und weist auf Benachteiligungen hin, so wird erstaunlicherweise darauf eingegangen und interessiert gelauscht. Eine Diskussion mit anschließender wenigstens teilweiser Einsicht wird viel öfter am Ende der Auseinandersetzung mit diesem Thema erreicht.

Woran liegt das? – Ich vermute es liegt an genau den Stereotypen, die auch eine Benachteiligung für Frauen im allgemeinen darstellen. Auch wenn es die meisten nicht zugeben würden, zählt auch hier, dass dem Wort von Männern mehr Vertrauen geschenkt wird. Erzählt eine Frau vom Feminismus, ist dies eben nur Emanzen-Gelaber… Unwichtig, überzogen, selbstsüchtig, weil sie sich für ihr Geschlecht einsetzt – sofort wird eine Gegenposition eingenommen. Erzählt dies hingegen ein Mann, so setzt er sich augenscheinlich uneigennützig für andere ein, zeigt dadurch sein reflektiertes Selbstbild, dass er Teil der Dominanz ist und dass er bereit ist Kompromisse einzugehen. Ihm wird schlichtweg mehr Glauben geschenkt.

Dies ist besonders drastisch, wenn es darum geht, dass sich Frauen über sexistisches Verhalten ihnen gegenüber empören. Spricht jedoch ein Mann in der Position eines Beobachters dazu, so fangen die anderen meist erst an, darüber nachzudenken.

Eigentlich traurig, dass die meisten so unreflektiert bei der Konfrontierung mit diesem Thema herangehen.

„It can’t be anymore obvious that we live in a patriarchal society if ‚feminist‘ is a bad word“ – Ellen Page

Written by zeitweilig

24. Mai 2011 at 20:35

Gemächt und Macht

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Ich bin normalerweise kein Leser von journalistischen Printmedien. Sämtliche Informationen und Artikel beziehe ich schon seit Jahren fast ausschließlich über das Internet – Zahnarztbesuche verbunden mit Langeweile mal ausgenommen. Durch einige Artikel die mir einerseits sehr zusagten, andererseits aber auch Positionen die recht kontrovers und kritisch in ihrer Darstellung zu betrachten sind, ist mir vor allem der Freitag in den letzten Monaten immer wieder aufgefallen.

Eben im vorbeigehen habe ich mir mal die aktuelle Ausgabe (19. Mai 2011, 20. Woche) gekauft um einfach mal rein zu schnuppern und bin gleich über einen der beiden Artikel auf der ersten Seite ins stolpern gekommen.

„In den Fallstricken einer Kultur, die auf Gemächt und Macht basiert“ von Ulrike Baureithel las ich und war erstmal interessiert. Auf der Webseite ist der Artikel bereits verlinkt unter der Rubrik Streitpunkt – Kommentar des Tages. Die Rubrik ist eindeutig zutreffend, nicht weil ich es als einen an sich streitbaren Punkt empfinde, sondern weil ich den Kommentar an sich kritisch sehe. Ich verstehe einfach nicht, worauf er abzielt.

Zu Beginn werden zwei Fälle kurz umrissen: die „spektakuläre Racheaktion von Ameneh Bahrami„, welche am letzten Wochenende verschoben wurde sowie der aktuelle Fall des Vorwurfs der Vergewaltigung einer Hotelangestellten durch Dominique Strauss-Kahn, dem Direktor des IWF. An diesen beiden Beispielen wird eine riesige Differenzlinie aufgebrochen, indem sie schreibt, dass diese Beispiele nicht viel miteinander gemein hätten, doch zwischen ihnen spanne sich das auf, was man den „Jahrhunderte andauernden Prozess der Zivilisation nennt“. Die Verwandlung des Prinzips Auge um Auge, Zahn um Zahn in rechtsstaatliche Verfahren.

Anhand dieser Beispiele ordnet sie Bahrami und ihre Kultur in eine archaische Gesellschaft ein und Strauss-Kahn und „seine“ Gesellschaft in eine zivilisierte. Allein das finde ich unmöglich – das Frau Baureithel, die sicherlich auch in unseren Industriestaaten aufgewachsen ist, sich selbst und unsere Gesellschaft als zivilisiert betrachtet und andere Gesellschaftsformen herabwürdigt. Nur weil wir uns zu den westlich-geprägten Ländern zählen, finde ich es falsch die eigene Machtposition zu benutzen und andere Länder herabzusetzen. Das ist schlicht: Diskriminierung.

Ein folgender, kurzer Einwurf mit Erklärungen und einem Beispiel finde ich wieder gelungen:

Dass sexuelle Nötigung und Vergewaltigung überhaupt als strafbare Delikte verfolgt werden, ist Frauen zu verdanken. Sie pochten darauf, dass derartige Vergehen weniger mit männlichem Trieb als mit Gewalt und Dominanzwillen zu tun haben, und das ist noch immer nicht reziprok. Die Vorstellung, Angela Merkel könnte sich an einem 30 Jahre jüngeren Hotelangestellten vergehen, reizt nicht nur wegen ihrer asexueller Ausstrahlung zum Lachen, sondern weil die hegemonial-männliche Kultur, die auf Gemächt und Macht basiert, dafür keine Phantasien bereitstellt.

Leider schlägt es danach ins Skurrile um. Die Politisierung des Privaten der Mächtigen, hätte deren Lebenswandel öffentlich  und damit instrumentalisierbar gemacht. Soweit kann ich noch nachvollziehen, was ich nicht verstehe, warum sie daraufhin munter zwischen Positionen hin und herspringt:

Insofern ist die mit dem Gemächt verbundene Macht die Achillesferse mächtiger Männer, weil sie erpressbar werden; vorausgesetzt, es gibt einen Rechtsstaat, der die Vorwürfe blind, ohne Ansehen der Person verfolgt. Doch selbst wenn diese sich als unhaltbar erweisen und es beim Rufmord bleibt, kann das kein Argument gegen seine Intervention sein.

Die Emanzipation und der Kampf gegen Vergewaltigung und sexuelle Belästigung war also nicht richtig, weil die Mächtigen nun erpressbar sind und das sei falsch? Mit den folgenden Sätzen kann sie sich gerade noch retten, indem sie sagt, dass es eben unabhängig von der Person so sein sollte und das kein Argument gegen eine Intervention sein solle. Aber hätten diese Sätze nicht genügt? Der letzte Satz, wo sie auf den zu vermeidenden Rückfall in das archaischen Prinzip hinweist, kommentiere ich jetzt mal nicht weiter.

Ich weiß gerade selber nicht mehr, ob ich mich einfach in Rage gelesen und geschrieben habe… Ist das nachvollziehbar alles, dass es mich stört, wie sie verallgemeinert und trotz ihres eigentlich guten(?) Willen das Ziel verfehlt?

Ich brauch erst mal einen Kaffee mit ganz viel Zucker <.< …

Written by zeitweilig

19. Mai 2011 at 16:19

Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie

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Heute ist Tag gegen Homo- und Transphobie (Fehlt das „Transphobie“ jetzt eigentlich in der offiziellen Bezeichnung? Wurde ja schon länger diskutiert, dies endlich mit aufzunehmen und jeder schreibt etwas anderes…). Da sich gerade im Feminismus auch viel mit dieser Thematik auseinandergesetzt wird, möchte ich nur kurz zwischen der Arbeit ein paar Links passend zum Tag empfehlen:

Nadine von der Mädchenmannschaft denkt darüber nach, „warum es manchmal okay ist, Heteros doof zu finden“. Dabei bietet sie einen schönen Abriss über die Heteronormativität und ein wunderbares Schlusswort, darunter eine angeheizte Diskussion um Begrifflichkeiten. Außerdem interessant ist der Begriff des Cisgender, den ich bisher auch noch nicht kannte.

Erwähnenswert ist auch der Erfolg der Avaaz-Plattform, welche vor wenigen Tagen vorerst die Umsetzung eines Gesetzes für die Todestrafe bei Homosexualität in Uganda stoppen konnte. Update: Die Mädchenmannschaft hat auch gerade darüber gebloggt.

KalleWirsch hat bereits gestern einen Beitrag verfasst, der ebenfalls ins Konzept passt: „Brasilien hängt Deutschland bei den Homorechten ab“.

Update: Eine Liste der daily effects of straight privilege. Auf Englisch zwar, aber äußerst einleuchtend und zum reflektieren empfohlen, gefunden hier.

Wenn ihr mehr habt, gerne her damit. :)

Written by zeitweilig

17. Mai 2011 at 15:35

Diskriminierung

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Weil es in den letzten Tagen auch gefragt wurde, hier ein kurzer Abriss über Diskriminierung. Damit wir mal wissen worüber wir reden… Und ja, das ist etwas theoretischer.

Erst einmal gibt es verschiedene Ebenen, auf denen eine Ungleichbehandlung innerhalb vergleichbarer Situationen stattfinden kann. Diese Möglichkeit zur Diskriminierung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen die Differenzierung bestimmter Gruppen durch Stereotype, Vorurteile, aber auch vermittelten Werten und Normen, zum anderen ein Machtfaktor, der von einer Gruppe ausgeht. Dahinter können sich auch politische oder soziale Machtstrukturen verbergen.

  • Interaktionelle Ebene: Dahinter verbirgt sich die direkte Diskriminierung gegenüber anderen Menschen/Gruppen in Interaktions- und Kommunikationsprozessen. Dabei wird meist eine individuelle, situative Handlungsmacht bzw. Macht durch eine gesellschaftliche Positionierung eingesetzt, um diese bewusst oder auch unbewusst gegen andere auszuspielen. Es bezieht sich als auf das direkte Verhalten gegenüber Menschen und Gruppen, die aufgrund eines bestimmten Merkmals (z.B. Stereotypen) als anders konstruiert werden.

z.B. Benachteiligung bei der Bewerbung von Frauen auf untypische Berufe oder auch sexuelle Belästigung fallen meines Wissens nach darunter.

  • Institutionelle Ebene: Diese Ebene bezieht sich auf etablierte Rechte, Werte, Normen, Traditionen oder Gewohnheiten durch die bestimmte Menschen oder Gruppen als anders konstruiert werden und systematisch benachteiligt werden. Das betrifft, wie der Name schon sagt, vor allem politische oder soziale Machtfaktoren, die durch Institutionen getragen werden. Einzelne Personen die davon jedoch bewusst oder unbewusst profitieren, tragen trotz allem zur Reproduktion des Machtgefälles bei.

z.B. wenn aufgrund von Rollenbildern gegenüber Frauen (Kinderbetreuung usw.) Vorbehalte vorhanden sind, aufgrund derer diese weniger Möglichkeiten haben karrieretechnisch aufzusteigen -> Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (die sog. „gläsernen Decken“)

  • Ideologisch-diskursive Ebene: Das, was im dominanten Diskurs als Norm gehandelt wird (was ist gut, richtig, schön, etc.), wird als Maßstab zur Bewertung und Benachteiligung gegenüber Menschen angewendet, welche unter diesen Aspekten als anders konstruiert werden. Das umfasst sozusagen die ungeschriebenen Gesetze, Normen, Werte und Ideale, die von der dominierenden Mehrheit als selbstverständlich anerkannt wird und welche bewusst oder unbewusst reproduziert werden. Das geschieht, wie der Name schon sagt, auf der Basis ideologischer Macht.

z.B. Stammtischgerede, Vorstellungen davon, wie sich Jemand in der Gesellschaft zu verhalten habe, was Normal ist und was nicht, etc.

(Die Termini sind entnommen aus den Arbeitsblättern der Anti-Bias-Werkstatt)

Written by zeitweilig

6. Mai 2011 at 18:53

Frauen gegen Feminismus

with 16 comments

In den vergangenen Tagen ist mir gerade in Gesprächen und beim verfolgen einiger Kommentare und Tweets mal wieder aufgefallen, dass es vor allem auch Frauen selbst sind, die  FeministInnen diskriminieren. Das ist etwas was sich mir nicht ganz erschließt: Sie machen sich über jene lustig, die sich in der Gesellschaft eben für sie engagieren und verneinen damit gleichsam, dass sie sich in einer untergeordneten Position befinden. Ohne jetzt selbst Klischees zu verfallen oder zu verallgemeinern, wäre es für mich nachvollziehbar, dass Männer gegen den Feminismus wettern, weil sie ihre privilegierte Stellung gefährdet sehen. Aber wie kann jemand dagegen sein, sich selbst aus einer untergeordneten Position heraus heben zu können und eine Gleichberechtigung zu erwirken?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an reiner Unkenntnis mangelt – vielleicht an mangelnder Reflexion? Wissen sie nicht, dass Frauen im Schnitt fast 1/4 weniger verdienen als Männer?  Oder finden sie es nicht seltsam, dass bei sexueller Belästigung gesagt wird, sie hätten halt besser aufpassen sollen oder sich nicht so aufreizend anziehen sollen – Anstatt Männern zu sagen, dass Vergewaltigung etwas menschenunwürdiges ist?! Solche Sachen mögen nicht alle völlig offensichtlich sein, das gebe ich ja zu, aber so etwas völlig zu verneinen und zu sagen, dass das doch gar nicht so schlimm sei alles… das grenzt für mich schon an kognitive Dissonanz.

Written by zeitweilig

4. Mai 2011 at 15:32