zeitweilig

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Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht

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Neulich erst las ich einen wirklich guten Artikel über Kristina Schröder und ihre Familienpolitik bei Frau Lila. Gestern wies auch die Mädchenmannschaft darauf hin und erwähnte zudem, dass der Text ja von zwei Grünen geschrieben worden war. Das war mir irgendwie entgangen, ich schaute noch einmal nach und stieß dann über die Links auf den wirklich interessanten Text „Nicht länger Machos sein müssen“ Das grüne Männer-Manifest.

Ich möchte gar nicht so sehr jetzt die politische Einstellung oder die Partei bewerten, sondern eher die zugrunde liegenden Gedanken einmal genauer anschauen. Gerade weil das Manifest einige Punkte aufgreift, die gerne von den Maskulinisten, aber auch allgemein als Argumente angeführt werden, ist es meines Erachtens ganz interessant.

Eine der grundlegenden Thesen des Manifests dreht sich um die Konstruktion des Geschlechts und lautet schlicht: Frauen werden auf Weiblichkeit, Männer auf Männlichkeit reduziert. Und ich finde das trifft einen wichtigen Punkt, etwas das zumindest ich mir immer wieder bewusst machen muss: Wir sind alle mit Rollenklischees konfrontiert und belastet und kritisieren dies stark, weisen solche aber ebenso anderen zu. Was von den Autoren in den Mittelpunkt gerückt wird, ist die Emanzipation der Männer selbst, die Selbstbefreiung aus den sozialen Zwängen, die sie bisher verpasst haben.

Das Diktum des sozialen Geschlechtes, des Rollenzwangs und der festgelegten Verhaltensmuster gilt nämlich ebenso für Männer. Weil diese davon aber materiell und sozial immer profitiert haben, wurde erst in jüngerer Zeit zum Thema, dass Geschlechterrollen auch für Männer ein Korsett sind, das ihnen mehr schadet als nützt.

Als Beispiel angeführt werden die kapitalistischen Strukturen, in denen auch das Patriarchat sein Nest gebaut hat. Alle möglichen Krisen und Schwierigkeiten der letzten Jahre seien männlich konnotiert, weshalb der Aufruf zur Emanzipation auch eine Kritik am Wirtschaftssystem darstellt. Durch den ständigen Leistungsdruck und die erwünschten Wachstumssteigerungen, gerät das Private für Männer meist ins hintertreffen. Im Übrigen genau das, was viele Gegner des Feminismus auch immer wieder als Argument anführen, dass sie das Gefühl haben, für die Frau arbeiten zu müssen. Das sich Frauen durch dieses Verhältnis wiederum in eine Abhängigkeit begeben und unterdrückt fühlen, wird dann meist ignoriert, obwohl es im Endeffekt auf die gleiche Zielsetzung hinausläuft.

Die Konsequenz aus einem Umdenken wäre, dass Männer nicht so sehr unter Druck stehen müssten, nicht ständig ihre Männlichkeit unter Beweis stellen müssten, mehr Zeit für die Familie hätten und vieles mehr. Gleichzeitig würden sie damit Frauen ermöglichen aus ihrer Mutterrolle zu entkommen und auch die Möglichkeit geben am Berufsleben teilzuhaben. Es wäre die gleiche Arbeit, nur gleichmäßig verteilt. Habe ich etwas vergessen?

Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich.

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Written by zeitweilig

8. Mai 2011 um 17:17

9 Antworten

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  1. Sehr gute Beiträge! *auf FB verbreit*

    Kawantosaurusrex

    9. Mai 2011 at 15:40

  2. Hallo Zeitweilig,

    „Die Konsequenz aus einem Umdenken wäre, dass Männer nicht so sehr unter Druck stehen müssten, nicht ständig ihre Männlichkeit unter Beweis stellen müssten, mehr Zeit für die Familie hätten und vieles mehr.“

    Nun viele Männer stehen nicht mehr unter „Druck“, sie sind mittlerweile Singles und werden dies auch bleiben. Männer stellen auch nicht ständig ihre Männlichkeit unter Beweis, das ist ein Klische oder besser gesagt ein beliebtes Vorurteil. Sie haben auch Zeit für Familie, wenn sie denn eine hätten. Aber wozu Familie? Kannst du mir einen Grund nennen?

    Frei sein, Single sein und Spaß dabei :-)

    Was deine Überschrift „Man wird nicht als….“ angeht, so empfehle ich dir mal ein paar Gedanken zu dem nachfolgenden Text:
    Logisch:

    Wenn die Frau nicht als Frau auf die Welt kommt, sondern zur Frau gemacht wird, dann muß sie mit etwas auf die Welt kommen, das bewirkt, daß sie und nicht der Mann zur Frau gemacht wird.

    Wenn die Frau mit etwas auf die Welt kommt, das bewirkt, daß sie und nicht der Mann zur Frau gemacht wird, dann muß dieses etwas wesenhaft mit dem Frauwerden aber nicht mit dem Mannwerden zusammenhängen.

    Wenn die Frau mit etwas auf die Welt kommt, das wesenhaft mit dem Frauwerden aber nicht mit dem Mannwerden zusammenhängt, dann kommt sie auf die Welt, um Frau und nicht Mann zu werden.
    Wenn die Frau auf die Welt kommt, um Frau und nicht Mann zu werden, dann kommt sie als Frau auf die Welt.

    Das ist nicht von mir, sondern ich habe es mal frei „übersetzt“. Trifft jedoch den Kern, oder?

    AK-sieben

    10. Mai 2011 at 22:57

    • Ähm ja… Singles gibt es auch, richtig. Womit du jetzt allerdings nicht einfach die Familien wegdiskutieren kannst… Was ist das für eine Argumentation? Zudem bezieht sich der gesellschaftliche Druck nicht auf die Familie, sondern steht nur im gleichen Satz… Das ist eine Aufzählung!

      Und… Was auch immer du da frei übersetzt hast… Es geht am Thema vorbei: Du hast das Prinzip des Sozialen Geschlechts nicht verstanden.
      Ich zitiere dazu mal frei aus dem Artikel zum Sozialen Geschlecht in der Wikipedia:

      „Der Begriff Gender bezeichnet zum einen die soziale Geschlechterrolle (engl. gender role) beziehungsweise die sozialen Geschlechtsmerkmale. Es bezeichnet also alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (zum Beispiel Kleidung, Beruf und so weiter); es verweist nicht unmittelbar auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale (sex).“

      Einen schönen Abend, wünsche ich.

      zeitweilig

      10. Mai 2011 at 23:20

      • Moin Zeitweilig

        „Ähm ja… Singles gibt es auch, richtig. Womit du jetzt allerdings nicht einfach die Familien wegdiskutieren kannst…“

        Das mache ich nicht. Es gibt jedoch immer weniger Familien, dafür immer mehr Singles, und das ist auch gut so.

        „Und… Was auch immer du da frei übersetzt hast… Es geht am Thema vorbei: Du hast das Prinzip des Sozialen Geschlechts nicht verstanden.“

        Die Überschrift lautete doch: „Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht“. Da habe ich einfach mal eine Argumentation genommen und diese frei Übersetzt. Im Original sah der Text etwas anders aus. Die Aussage steht trotzdem. Wenn Frau zu Frau gemacht wird, dann deshalb weil sie eine Affinität besitzt, die hier der Mann nicht hat. Im Umkehrschluß gilt das auch für einen Mann. Anscheinend hat er etwas was Frau fehlt. Es kann also jeder nicht das sein oder werden was er will, sondern die Affinität zwingt die meisten (Ich schätze mal über 90%) das zu werden, was letztendlich aus ihnen auch wirklich wird; nämlich Mann und Frau

        „Ich zitiere dazu mal frei aus dem Artikel zum Sozialen Geschlecht in der Wikipedia:“

        Ach ja die Wikiprawda. Alles was dort steht, und so wie es geschrieben steht, entspricht der Wahrheit, der Realität?

        „Der Begriff Gender bezeichnet zum einen die soziale Geschlechterrolle (engl. gender role) beziehungsweise die sozialen Geschlechtsmerkmale. Es bezeichnet also alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (zum Beispiel Kleidung, Beruf und so weiter); es verweist nicht unmittelbar auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale (sex).“

        Das leidige Thema mit Genus und Sexus. Leider bin ich im deutschen und den Fachbegriffen was Schrift und Sprache angeht nicht so bewandert. Um aber nur ein Beispiel zu nennen wie sexistisch die deutsche Sprache mittlerweile geworden ist:
        Die Lehrerinnen und Lehrer sind faul
        Übersetz das mal ins englische, französiche … Klar könnte man sagen das geht noch nicht. Es bleibt also viel zu tun, weltweit.

        Um nochmal kurz auf Wikiprawda zu kommen: „Es bezeichnet also alles, was in einer Kultur als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird …“
        Frauenparkplätze? Frauencafes? Frauenhäuser? Wie sieht das aus mit dem Ministerium BMFSFJ? Das zeigt doch das es auch hier bei uns noch viel zu tun gibt. Denn diese Dinge bezeichnen, laut Wikiprawdas Eintrag bei Gender, alle etwas was typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird. Also los, packen wir’s an. Schleifen wir die Bastionen. Fangen wir beim Ministerium an.
        Benennen wir es in „Bundesministerium für Menschen und soziale Bereiche“ um. Und das ist nicht sarkastisch von mir gemeint, sondern mein voller Ernst.

        AK-sieben

        11. Mai 2011 at 08:22

        • Das mache ich nicht. Es gibt jedoch immer weniger Familien, dafür immer mehr Singles, und das ist auch gut so.

          Ich hatte ein wenig das Gefühl. :) Und was nun gut ist, ist wohl auch stark Ansichtssache…

          Die Überschrift lautete doch: „Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht“. Da habe ich einfach mal eine Argumentation genommen und diese frei Übersetzt.

          Richtig. Und ich wiederhole mich nur ungern: Du hast das Prinzip des Sozialen Geschlechts nicht verstanden. Es geht nicht darum, was man im Endeffekt wird oder welches biologische Geschlecht man hat (sex), sondern welches Soziale Geschlecht man hat (Gender). Und nein, das sind nicht unbedingt Staatseinrichtungen die damit bezeichnet werden, sondern es ist die Frage, warum nur Frauen Röcke tragen, warum Mädchen Rosa und Jungen Blau gekleidet werden, warum Männer mit Autos spielen sollen, Mädchen aber mit Puppen… Und geht immer so weiter, bis hin zu „typischen“ Männer- und Frauenberufen.
          Und ja es ist aus der Wikipedia… entschuldige meine Faulheit, dass ich nicht ein richtiges Nachschlagewerk gesucht habe, wo genau das gleiche drin steht.
          Das Wikipedia inzwischen umfangreiche Maßnahmen ergriffen hat, damit die Seiten nicht mehr so einfach zu verändern sind, sondern mehrfach gecheckt werden, ist aber inzwischen schon rumgegangen oder? ;)

          Wie du vielleicht beim Lesen bemerkt hast, geht es auch nicht um Genus und Sexus, sondern um gender und sex. Aber wenn du dein Beispiel noch einmal erläutern würdest? Das begreife ich nun wirklich nicht, was du damit aussagen oder worauf du damit hinaus willst.
          Bei der Namensumbenennung bin ich dabei. :)

          zeitweilig

          11. Mai 2011 at 09:39

  3. ’n Abend.

    >> Das mache ich nicht. Es gibt jedoch immer weniger Familien, dafür immer mehr Singles, und das ist auch gut so.
    > Ich hatte ein wenig das Gefühl. :) Und was nun gut ist, ist wohl auch stark Ansichtssache…

    Nein, es kann keine Ansichtsache sein. Sonst würden Dinge die schlecht sind von jenen umgesetzt die sie als gut empfinden.
    Das ist jetzt aber Haarspalterei, also lassen wir das.

    > Und ich wiederhole mich nur ungern: Du hast das Prinzip des Sozialen Geschlechts nicht verstanden. Es geht nicht darum, was man im Endeffekt wird oder welches biologische Geschlecht man hat (sex), sondern welches Soziale Geschlecht man hat (Gender).

    Ja der Fehler aus Peking. Er zieht sich seitdem durch alle Publikationen und Gedanken. Nur mal so aus dem Englischlexikon:

    gender: s LING Genus n, Geschlecht n: what gender … Welches Genus hat …

    sex: I s 1. Geschlecht n: of both sexes beiderlei Geschlechts The fair sex das schöne Geschlecht.
    2. Sex m: a) Sexualität f, b) Sexappeal m, c) Geschlechtsverkehr m…

    > … sondern es ist die Frage, warum nur Frauen Röcke tragen, warum Mädchen Rosa und Jungen Blau gekleidet werden, warum Männer mit Autos spielen sollen, Mädchen aber mit Puppen…

    Nicht nur Frauen tragen Röcke, siehe Schottland als ein Beispiel von vielen. Und Männer spielen halt gerne mit „Autos“. Sollte wohl Jungen heißen :-) Wagen wir ein kleines Gedankenexperiment? Legen wir los. Man nehmen 100 Neugeborene. Je 50 von einem Geschlecht. Trenne diese sofort von den Eltern und bringe diese Kinder weit weg von jeder menschlichen Besiedlung. Ein Gebäude mitten im Wald z. B. Man stelle ErzieherInnen ein die Androgyn sind. Diese androgynen Menschen erziehen die Kinder geschlechtsneutral. Auch das Spielzeug, die Lerninhalte, die Spiele etc. werden geschlechtsneutral ausgewählt. Radio, Fernsehen, Computer und dergleichen gibt es nicht. Auch sonst keinerlei Kontakte zur Außenwelt.
    Mit was werden die Kleinen spielen (so ab 3 Jahre)? Wie werden sie sich insgesamt entwickeln? Eine spannende Frage oder?

    > Aber wenn du dein Beispiel noch einmal erläutern würdest? Das begreife ich nun wirklich nicht, was du damit aussagen oder worauf du damit hinaus willst.

    Mann und Frau haben eine Affinität zu dem was sie sind. Man könnte auch sagen das Ziel ist schon im voraus determiniert. Weil dem so ist streben beide, unbewusst, diesem Ziel zu. Die Ziele von beiden sind unterschiedlich, die Wege die sie dabei zurücklegen und die Strategien die sie dabei anwenden ebenso. Versuche dies zu ändern sind dementsprechen zum Scheitern verurteilt. Massive Eingriffe führen unweigerlich zur Katastrophe. Entweder direkt, oder indirekt.
    Die indirekte Katastrophe ist derzeit in unserer Gesellschaft sehr gut zu beobachten. Die Versingleung, denn wo es keine „Unterschiede“ mehr gibt, dort fehlt es auch an der Anziehung; logischerweise auch an einer Abstoßung ;-)
    Die direkte Katastrophe konnte man ganz gut an Bruce/Brenda/David Reimer sehen.

    > Bei der Namensumbenennung bin ich dabei. :)
    Schön. Vielleicht sollte man mal eine Petition starten.

    AK-sieben

    11. Mai 2011 at 21:53

    • Das ist jetzt aber Haarspalterei, also lassen wir das.

      …das da gerade auf jeden Fall.

      Ich finde es wunderbar, dass du dich so gut mit dem Englischlexikon auskennst. Was ich nicht verstehe ist, warum du mit so etwas versuchst, meinen Verweis auf das soziale Geschlecht zu umgehen. Mir scheint, dir fehlen da eindeutig irgendwelche Argumente – andernfalls würde ich eine differenzierte Argumentation erwarten. Du kannst nicht sämtliche Erkenntnisse der Psychologie über Verhaltensänderungen und Sozialisation mit so etwas wegwischen.
      Und die Schotten… War ja klar, dass das kommt… Ich vertraue mal darauf, dass du trotzdem weißt, worauf ich hinaus wollte.

      Zu deinem Gedankenexperiment… Wenn ich mir die Entwicklungs- und Lernpsychologie so anschaue, wüssten die Kinder in deiner Versuchsanordnung nicht, was typisches Geschlechterverhalten ist. Dementsprechend würden sich neue Soziale Verhaltensweisen unter Ihnen entwickeln. Aufgrund dessen glaube ich kaum, dass dies ein wirklich geeignetes Beispiel darstellt. Eine solche Parallelwelt würde uns vielleicht völlig Unbekannte neue Verhaltensweisen aufzeigen, aber sicher keine validen Ergebnisse für unsere Lebensrealität liefern. Es geht sogar an der eigentlichen Idee, die ich geäußert habe, stark vorbei, da es ja darum geht in unserer Gesellschaft eine freie Entwicklung zu ermöglichen und Kinder nicht in Rollenbilder zu pressen.

      Ich hätte gerne eine wissenschaftliche Grundlage zu deiner angesprochen Affinität. Das hört sich für mich nach konservativer Ideologie aus dem letzten Jahrhundert an, um ehrlich zu sein. Etwas, was in der Gesellschaft so dargestellt und beschrieben wurde, aber nie wissenschaftlich überprüft wurde. Ich setze bereits erwähntes dagegen: Sämtliche Forschung über Sozialisation und ihrer Instanzen und die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie. ;)

      zeitweilig

      12. Mai 2011 at 21:22

      • > Ich finde es wunderbar, dass du dich so gut mit dem Englischlexikon auskennst.
        Wer lesen kann ist klar im Vorteil ;-)

        > …meinen Verweis auf das soziale Geschlecht zu umgehen.
        War ein Versuch wert. Nein mal im Ernst, für mich gibt es kein „soziales Geschlecht“. Da werden wir nicht zusammen kommen, weder so noch so. Ist aber nicht tragisch.

        > Du kannst nicht sämtliche Erkenntnisse der Psychologie über Verhaltensänderungen und Sozialisation mit so etwas wegwischen.
        Auch dazu habe ich eine Meinung, die anscheinend nicht die deinige ist. So sind wir eben.

        > Und die Schotten… War ja klar, dass das kommt… Ich vertraue mal darauf, dass du trotzdem weißt, worauf ich hinaus wollte.
        Es gab und gibt noch mehr Beispiele von „Rockträgern“ oder HosenträgerInnen. Mit den Schotten das ist wohl das bekannteste Beispiel. Und worauf du hinaus wolltest war und ist klar. Jedoch kollidiert es mit meiner Meinung. Aber gut, es ist eben so.

        > Zu deinem Gedankenexperiment… Wenn ich mir die Entwicklungs- und Lernpsychologie so anschaue, wüssten die Kinder in deiner Versuchsanordnung nicht, was typisches Geschlechterverhalten ist. Dementsprechend würden sich neue Soziale Verhaltensweisen unter Ihnen entwickeln.
        Die Kinder wüßten es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Das spannende daran wäre jedoch zu sehen, ob du recht hast oder ich. Du meinst es würden sich neue Muster entwickeln? Wirklich? Ich meine das es zwei Möglichkeiten gibt, wie ein solches Experiment ausgeht.
        1. Es entwickeln sich genau die sozialen Verhaltensweisen, wie wir sie kennen. Zugegeben in anderer (schwächerer oder stärkerer) Form.
        2. Es entwickelt sich etwas, das in dieser Art nicht vorhergesehen werden konnte.

        Zum Punkt zwei möchte ich nur anmerken das diese Entwicklung (logisch) als neue soziale Verhaltensweise deklariert werden kann. Alles reine Definitionssache.

        > Aufgrund dessen glaube ich kaum, dass dies ein wirklich geeignetes Beispiel darstellt. Eine solche Parallelwelt würde uns vielleicht völlig Unbekannte neue Verhaltensweisen aufzeigen, aber sicher keine validen Ergebnisse für unsere Lebensrealität liefern.
        Die Ergebnisse eines solchen Experimentes würden nicht dem entsprechen was wir erwartet oder erwünscht hätten. Ob es deswegen keine validen Ergebnisse sind, nur weil etwas anderes dabei heraus kommt? Ob es etwas für unsere Realität bringt? Das kann man nicht beurteilen. Alle Wissenschaftler, Ingenieure und Entdecker konnten das bei ihren Entdeckungen und Erfindungen nicht.

        > Es geht sogar an der eigentlichen Idee, die ich geäußert habe, stark vorbei, da es ja darum geht in unserer Gesellschaft eine freie Entwicklung zu ermöglichen und Kinder nicht in Rollenbilder zu pressen.
        Es käme dir sogar nicht nur entgegen, sondern es wäre die Erfüllung schlecht hin. Wie sonst sollte eine „freie“ Entwicklung ablaufen? Diese Verfahrensweise presst kein Kind in ein Klischee oder Rolle. Weder biologisch noch sonstwie.
        Irgendwie verstehe ich nicht. Du möchtest eine Erziehung frei von alledem. Ich zeigte eine Möglichkeit auf (theoretisch, ob je machbar?), und schon geht es daran vorbei?
        Keine Stereotypen, keine Schablonen, nichts nach menschlichem Ermessen was die Kinder beeinflussen könnte. Herz was begehrst du mehr?

        > Ich hätte gerne eine wissenschaftliche Grundlage zu deiner angesprochen Affinität.
        Dazu gibt es keine genauen oder gesicherten wissenschaftliche Erkenntnisse. War bisher wohl niemandem etwas wert das zu erforschen. Was es gibt sind auf jeden Fall Beobachtungen auf verschiedenen Gebieten, die diese Vermutung einer Affinität, zwar nicht beweisen, aber stark stützen.

        > Das hört sich für mich nach konservativer Ideologie aus dem letzten Jahrhundert an, um ehrlich zu sein.
        Es ist konservativ. Letztes Jahrhundert? Keine Ahnung. Falls du jetzt glaubst ich wäre jemand der meint KKK müßte sich wieder durchsetzen, muß ich dich enttäuschen. KKK hat mit konservativ nichts gemein.

        > Ich setze bereits erwähntes dagegen: Sämtliche Forschung über Sozialisation und ihrer Instanzen und die Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie. ;)
        Meinst du Jean-Jacques Rousseau, Johann Heinrich Pestalozzi, Konrad Lorenz, Sigmund Freud, Carl Gustav Jung …?
        Psychologie ist etwas sonderbares. Aber das wäre wieder ein anderes Thema. :-)

        Kurz zum Beispiel mit den Kindern zurück. Es hat ein klassisches und auch gegenwärtiges Vorbild. Das klassische ging schief und das gegenwärtigen, tja da kann man streiten. Ich halte das noch laufende Experiment (anders kann man es nicht nennen) für gescheitert. Obwohl, diese beiden, und eins mit Affen, hatten andere Grundlagen und Ziele. Das klassische und das mit den Affen liefen aber in etwa so ab. Die Ergebnisse der beiden waren weder erwünscht noch erwartet. Sie waren ganz „anders“

        AK-sieben

        13. Mai 2011 at 01:26


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