zeitweilig

Ein Blog ohne Sinn und Verstand

Lost & Found

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Ich bin gerade recht hingerissen von einem Hörspiel aus dem Pool des BR 2, das ich zufällig entdeckt habe. Ich muss wohl dazu erwähnen, dass ich seit geraumer Zeit mit Vergnügen den Einstürzenden Neubauten lausche. Diese sind Vertreter eher als experimentell zu beschreibenden Musik (Wer will, kann ja einmal Youtube anschmeißen) und äußerst vielschichtig und komplex.

Von FM Einheit, einem der Mitglieder der Neubauten, entdeckte ich nun im besagten Hörspielpool ein… Hörspiel: Lost & Found: Das Paradies, was ich hier als Empfehlung aussprechen möchte. Eine Gedichtinterpretation(?) von John Miltons „Das verlorene Paradies“ (1667), in welcher er den Höllensturz der Engel, die Versuchung Adam und Evas sowie den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies beschreibt. Dies wurde nun von Andreas Ammer und FM Einheit (und Alexander Hacke ist auch dabei) vertont – mit neubautnesken Klängen unterlegt, mal in der englischen, mal der deutschen Version von verschiedenen Sprechern interpretiert. Zum einen eine faszinierende Klangwelt, die erschaffen wird und zum anderen eine bedrohliche, angespannte, düstere Atmosphäre in welche man sich versetzt fühlt.

Wer experimentelle Musik liebt oder Miltons spät-mittelalterliches Werk in ungewöhnlicher Form erleben möchte, sollte es sich unbedingt anhören. Kostenlos hier zu finden.

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Written by zeitweilig

7. Mai 2011 um 23:17

2 Antworten

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  1. Ich habe durch Zufall Alexander Hacke und Band auf der „Sanctuary“-Tour live erlebt. Zufall darum, weil ich bisher die Einstürzenden Neubauten zwar vom Namen kannte, aber keine besondere Vorliebe entwickeln konnte. Das Hacke Bandmitglied bei den Einstürzenden Neubauten war, war für mich jedenfalls kein Grund hinzugehen. Die Musik der Neubauten war mir zu „experimentell“. Hacke live aber (weniger Geklirr, mehr krachende Riffs) und dann mit „Sanctuary“ war einfach nur großartig und ein Genuß. Titel wie „Sister“ (sehr cool mit einer Einleitung aus einer Anleitung zur Selbstverteidigung für Frauen) und „Seven“ (genialer Track!), aber auch „per sempre Butterfly“ (gesungen von Gianna Nannini) haben mich echt aus Spur gehauen. Das war das beste Livekonzert, das ich bis dahin (und eigentlich bis heute) erlebt habe. Es war einfach nur genial: Musik, Performance und die Dramaturgie des Abends. Seit diesem Abend ist Alexander Hacke für mich der Allergrößte, die Einstürzenden Neubauten mag ich aber immer noch nicht.

    Ich empfehle „Sanctuary“ zu hören, aber das Hörspiel gönne ich mir auch. Danke für diesen Tipp.

    Ines Fritz

    8. Mai 2011 at 17:14

    • Ich habe schon oft gehört, dass die Inszenierungen, wahrhaft beeindruckend sein sollen und mitunter wurde es geradezu mystifiziert als prägendes Ereignis… ;) Auf ein Konzert von einem der Mitglieder (die machen in ihren eigenen Projekten alle so faszinierendes Zeug) oder auch der Band selbst würde ich nur zu gerne irgendwann einmal.

      Vielen Dank für deinen Tipp mit Sanctuary! Gefällt. :)

      zeitweilig

      8. Mai 2011 at 17:34


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