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Diskriminierung

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Weil es in den letzten Tagen auch gefragt wurde, hier ein kurzer Abriss über Diskriminierung. Damit wir mal wissen worüber wir reden… Und ja, das ist etwas theoretischer.

Erst einmal gibt es verschiedene Ebenen, auf denen eine Ungleichbehandlung innerhalb vergleichbarer Situationen stattfinden kann. Diese Möglichkeit zur Diskriminierung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen die Differenzierung bestimmter Gruppen durch Stereotype, Vorurteile, aber auch vermittelten Werten und Normen, zum anderen ein Machtfaktor, der von einer Gruppe ausgeht. Dahinter können sich auch politische oder soziale Machtstrukturen verbergen.

  • Interaktionelle Ebene: Dahinter verbirgt sich die direkte Diskriminierung gegenüber anderen Menschen/Gruppen in Interaktions- und Kommunikationsprozessen. Dabei wird meist eine individuelle, situative Handlungsmacht bzw. Macht durch eine gesellschaftliche Positionierung eingesetzt, um diese bewusst oder auch unbewusst gegen andere auszuspielen. Es bezieht sich als auf das direkte Verhalten gegenüber Menschen und Gruppen, die aufgrund eines bestimmten Merkmals (z.B. Stereotypen) als anders konstruiert werden.

z.B. Benachteiligung bei der Bewerbung von Frauen auf untypische Berufe oder auch sexuelle Belästigung fallen meines Wissens nach darunter.

  • Institutionelle Ebene: Diese Ebene bezieht sich auf etablierte Rechte, Werte, Normen, Traditionen oder Gewohnheiten durch die bestimmte Menschen oder Gruppen als anders konstruiert werden und systematisch benachteiligt werden. Das betrifft, wie der Name schon sagt, vor allem politische oder soziale Machtfaktoren, die durch Institutionen getragen werden. Einzelne Personen die davon jedoch bewusst oder unbewusst profitieren, tragen trotz allem zur Reproduktion des Machtgefälles bei.

z.B. wenn aufgrund von Rollenbildern gegenüber Frauen (Kinderbetreuung usw.) Vorbehalte vorhanden sind, aufgrund derer diese weniger Möglichkeiten haben karrieretechnisch aufzusteigen -> Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (die sog. „gläsernen Decken“)

  • Ideologisch-diskursive Ebene: Das, was im dominanten Diskurs als Norm gehandelt wird (was ist gut, richtig, schön, etc.), wird als Maßstab zur Bewertung und Benachteiligung gegenüber Menschen angewendet, welche unter diesen Aspekten als anders konstruiert werden. Das umfasst sozusagen die ungeschriebenen Gesetze, Normen, Werte und Ideale, die von der dominierenden Mehrheit als selbstverständlich anerkannt wird und welche bewusst oder unbewusst reproduziert werden. Das geschieht, wie der Name schon sagt, auf der Basis ideologischer Macht.

z.B. Stammtischgerede, Vorstellungen davon, wie sich Jemand in der Gesellschaft zu verhalten habe, was Normal ist und was nicht, etc.

(Die Termini sind entnommen aus den Arbeitsblättern der Anti-Bias-Werkstatt)

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Written by zeitweilig

6. Mai 2011 um 18:53

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