zeitweilig

Ein Blog ohne Sinn und Verstand

Frauen gegen Feminismus

with 16 comments

In den vergangenen Tagen ist mir gerade in Gesprächen und beim verfolgen einiger Kommentare und Tweets mal wieder aufgefallen, dass es vor allem auch Frauen selbst sind, die  FeministInnen diskriminieren. Das ist etwas was sich mir nicht ganz erschließt: Sie machen sich über jene lustig, die sich in der Gesellschaft eben für sie engagieren und verneinen damit gleichsam, dass sie sich in einer untergeordneten Position befinden. Ohne jetzt selbst Klischees zu verfallen oder zu verallgemeinern, wäre es für mich nachvollziehbar, dass Männer gegen den Feminismus wettern, weil sie ihre privilegierte Stellung gefährdet sehen. Aber wie kann jemand dagegen sein, sich selbst aus einer untergeordneten Position heraus heben zu können und eine Gleichberechtigung zu erwirken?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an reiner Unkenntnis mangelt – vielleicht an mangelnder Reflexion? Wissen sie nicht, dass Frauen im Schnitt fast 1/4 weniger verdienen als Männer?  Oder finden sie es nicht seltsam, dass bei sexueller Belästigung gesagt wird, sie hätten halt besser aufpassen sollen oder sich nicht so aufreizend anziehen sollen – Anstatt Männern zu sagen, dass Vergewaltigung etwas menschenunwürdiges ist?! Solche Sachen mögen nicht alle völlig offensichtlich sein, das gebe ich ja zu, aber so etwas völlig zu verneinen und zu sagen, dass das doch gar nicht so schlimm sei alles… das grenzt für mich schon an kognitive Dissonanz.

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Written by zeitweilig

4. Mai 2011 um 15:32

16 Antworten

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  1. Die sog. echten „FeministiINNEN“ versuchen mit ihrer Diffamierung von Frauen, die sich liebevoll den (Islamo-) Machos unterordnen, den Islam sozusagen europäisieren wollen( von hinten durch die Brust in Auge, -erst unterordnen und dann der Panoffel-) nur zu kaschieren, dass sie GegnerINNEN des Islam und somit rassistisch sind.

    dieblaueneu

    4. Mai 2011 at 18:39

    • Ich habe selten so einen Unsinn gelesen…
      Nicht-Feministische Frauen ordnen sich Islamomachos unter, um den Islam zu europäisieren? Und FeministInnen diffamieren diese Frauen, weil sie im Grunde rassistisch und Antiislamistisch sind?

      Ich weiß nicht, wie du es schaffst, dein Hirn so auf Pause zu setzen und trotzdem noch so ein wülstiges Geschwafel herauszubringen.

      Aber hey: Willkommen, du, mein geliebter erster Trollversuch auf diesem Blog!

      zeitweilig

      4. Mai 2011 at 19:25

  2. Bei mir im Job sehe ich ganz gut wie die unterschiedlich die Strategien zwischen den Feministinnen und Nicht-Feministinnen sind, wobei es schwierig ist, alle Frauen hart dem einen oder anderem „Lager“ zuzuordnen.
    Die Nicht-Feministinnen sind harmoniebedürfiger und wollen nicht auf Konfrontation gehen. Da genau diese Frauen meist in Beziehungen leben, in denen ihr Partner ebenfalls arbeitet, ist ihnen Lohnungerechtigkeit offenbar nicht so wichtig wie das Pflegen sozialer Netzwerke.
    Daß sie beim Thema „sexuelle Belästigung“ andere Ansichen hätten als die Feministinnen, glaube ich allerdings nicht.

    Tiberius

    5. Mai 2011 at 07:16

    • Die Welt ist nicht Schwarz-Weiß… Jemand einem bestimmten Lager zuzuordnen ist meines Erachtens nicht wirklich möglich, da sind die Übergänge eher fließend. Mich würde interessieren, was für Erfahrungen du denn gemacht hast, bzw. woran du das überhaupt festmachst. Ist es nicht schon eine Stereotype zu verallgemeinern und zu sagen, dass Nicht-FeministInnen harmoniebedürftiger seien und nicht auf Konfrontation gehen und einen Partner haben? Der Rückschluss ist doch, dass Feministinnen angeblich aggressiv und Partnerlos seien, womit nur ein weiteres Klischee reproduziert wird. Was ich auch nicht verstehe ist, weshalb Lohngerechtigkeit unwichtig sein soll, sobald man einen Partner hat. Genau dadurch entsteht Abhänggkeitsverhältnis zum Partner. Vielleicht sind diese bei einer Trennung nicht in der Lage ihr/e Wohnung/Haus weiter zu halten oder sie können sich auf einmal keinen Babysitter mehr leisten und bekommen Probleme sich zwischen Job und Kindeserziehung entscheiden zu müssen (und seien wir mal ehrlich… Die Kindesbetreuung bleibt meistens an den Frauen hängen.) Ich persönlich hab leider auch schon erlebt, dass Frauen mir erzählten, dass man sich halt einfach nicht draußen herumtreiben sollte, dass wisse man doch und es wäre dämlich sich darüber aufzuregen…

      zeitweilig

      5. Mai 2011 at 09:39

      • Es sind meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen mit meinen Kolleginnen, die mich zu diesen Schlüssen geführt haben. Manches von dem was ich geschrieben habe, häört sich vielleicht nach der Beschreibung von Stereotypen an, aber manchmal ist ein Stereotyp auch wahr, ich schreibe über real existierende Menschen, die ich teilweise über zwanzig Jahre kenne.

        Ganz konkrete Erfahrungen bekomme ich täglich von unserer Frauenbeauftragten berichtet, die im Büro nebenan sitzt. Sie erzählt u.a., dass viele frauenspezische Aktivitäten von manchen Kolleginnen grundsätzlich abgelehnt werden. Einmal gab es ein Seminar namens „Frauen in Führung“, und dann kamen Rückmeldungen wie, „Was soll mein Chef denken, wenn ich mich da anmelde?“.
        Selbst gemeinsame Ausflüge, zu denen von der Seite der Frauenbeauftragten organisiert werden, werden abgelehnt, weil die Kolleginnen nicht „mit denen“, also den Feministinnen, in einen Topf geworfen werden wollen. Die möchten lieber ihre Ruhe haben. Wobei man auch wissen muss, dass unsere Betriebsleitung durchaus offen ist und die Aktivitäten der Frauenbeauftragten sehr untertützt.

        Deinen schwarz-weiss-Rückschluß kann ich nicht teilen: die Feministinnen empfinde ich nicht als aggressiv und viele haben auch einen Partner, sie haben einfach einen anderen Charakter, andere Prioriäten, einen ausgeprägteren Gerechtigkeitssinn und den Mut für ihre Rechte zu kämpfen, auch wenn sie anderen auf die Füße treten.

        Ein weiterer Ansatz ist auch die Kindheit bzw. die Erziehung. Wer zu Hause „erfolgreich“ das tradierte Familienbild vermittelt bekommen hat, geht im Job vielleicht nicht unbedingt auf die Barrikaden, sondern sucht die eigene Erfüllung lieber woanders.
        Natürlich gerät man in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis zum Partner, wenn man es als nicht so wichtig erachtet, dass Lohngerechtigkeit herrscht, aber daran wird leider häufig erst gedacht, wenn es zu spät ist. Schau Dir die Situation vieler alleinerziehender Mütter an, die wenigste haben sich vorgestellt, dass sie sich in der Situation wiederfinden, in der sie sind. Das Wesen des Menschen besteht nun mal zu einem gewissen Teil auch aus Verdrängung.

        Tiberius

        5. Mai 2011 at 10:52

        • Ich stimme dir nicht zu, dass Stereotypen manchmal auch wahr sein können. Stereotypen werden meiner Ansicht nach geschaffen, um Personen kurzfristig zuzuordnen, sie in ein Schema pressen. Zudem wird es dazu genutzt Differenzlinien aufzubauen und sind ein Mittel um andere Personen auszugrenzen. Beschäftigt man sich jedoch näher mit der einzelnen Person, so stellt sich meistens schnell heraus, dass das Individuum an sich vielfältiger ist, als es eine Stereotype zulässt. Es gibt ja auch die Theorie, dass Stereotypen erzeugt werden, um unser Informationsverarbeitung im Gehirn nicht zu überfordern – was aber nicht heißt, dass das Konstrukt einer Stereotype nicht in Frage gestellt werden sollte.
          Das Beispiel mit der Frauenbeauftragten in deiner Firma(?) zeigt für mich nur noch einmal deutlich, unter was für einem Druck Frauen allgemein stehen. Sie trauen sich nicht einmal mehr mit solchen Themen auseinanderzusetzen, weil sie Angst davor haben dass der Chef (männlich, weiß, privilegiert, nehme ich an? ;)) schlechtes von Ihnen denken könnte. Das ist für mich eine Art der Unterdrückung oder stimmst du dem nicht zu? Die Chefetage kann noch so offen sein und die Frauenbeauftragte unterstützen – der Druck ist vor Allem ein gesellschaftlicher, der Frauen scheinbar daran hindert auch nur daran zu denken sich weiter zu entwickeln.
          Ich habe mich etwas hinreißen lassen mit dem Schwarz-Weiß-Argument, das mag sein… ;) Aber trotzdem stellst du für mich damit Stereotypen auf, die ich aus oben genannten Gründen nicht für realistisch halte. Das sie kämpferischer rüberkommen, als Nicht-Feministinnen rührt vielleicht auch daher, dass aus deren Richtung eben kein Gegenwind kommt.
          Deine Analyse bezüglich des traditionellen Familienbildes teile ich mit dir, aber möchte eben genau dies in Frage stellen (was sich ja inzwischen sicherlich herauskristallisiert hat ;)).

          zeitweilig

          5. Mai 2011 at 12:20

      • Stereotypen denken sich ja nicht irgendwelche Leute im luftleeren Raum aus, sondern entstehen durch Beobachtung, sonst hätten sie mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Daß nicht jeder Mensch exakt in ein Stereotyp gepresst werden kann, ist selbstverständlich, dafür sind Menschen und Lebenswege zu komplex, aber es gibt ja Menschen, die man als als „typische Emanze“, „typischen Beamten“ oder „typischen Macho“, wenn bestimmte Merkmale erfüllt sind.

        Unsere Frauenbeauftrage fühlt manchmal auch etwas ratlos, wenn Frauen trotz einer grundsätzlich progressiven Unternehmeneskultur nicht mitziehen wollen, aber irgendwann reift auch die Erkenntnis, dass man manche Frauen einfach nicht erreicht.

        Aber ist das dann nicht auch ein Stück Feminismus, dass man diese Frauen in ihrer selbstgewählten Rolle im Leben glücklich sein läßt, auch wenn sie objektive Benachteiligung beinhaltet? Du magst argumentieren, dass sie diese Rolle nicht wirklich gewählt haben, sondern durch gesellschaftlichen Druck in sie gedrängt wurden (möglicherweise ohne, dass sie es gemerkt haben), aber was willst Du machen!? Selbst wenn Angebote vorhanden sind, werden sie leider nicht von allen Frauen angenommen.

        Tiberius

        6. Mai 2011 at 14:27

        • Du magst argumentieren, dass sie diese Rolle nicht wirklich gewählt haben, sondern durch gesellschaftlichen Druck in sie gedrängt wurden (möglicherweise ohne, dass sie es gemerkt haben), aber was willst Du machen!?

          Damit hast du dir die Antwort selbst gegeben. Und eben gerade darum geht es… nicht einfach zu sagen: Ist halt so, lassen wir es gut sein – sondern vielmehr darüber aufklären und sich und anderen bewusst machen, dass eben diese Möglichkeit besteht. Und das kann ja auf vielfältige Weise möglich sein :)

          zeitweilig

          7. Mai 2011 at 10:21

  3. Antifeminismus ist ein Denkangebot zur Einfindung in die jeweils aktuellen Verhältnisse. Frauen sollen glücklich und zufrieden damit sein, dem Mann zu „dienen“, zBsp. nicht arbeiten zu „müssen“ und sich überwiegend allein um die Kinder zu kümmern, denn das wäre ihre ’natürliche‘ Aufgabe und zudem ein „Privileg“. Darum ist Antifeminismus ein Denkgift und keine Politik. Über die „Privilegien“, die Frauen nun glücklich zu bestaunen hätten, beschweren sich dann wieder Männer, weil die „Privilegien der Frauen“ Männer diskriminieren. So gelingt es die vermeintliche Privilegierung der Frauen lange aufrecht zu erhalten, denn Privilegien werden seltener hinterfragt. Ein „Privileg“ ist u.a. darin zu erkennen, nicht arbeiten zu „müssen“, aber dennoch ernährt zu werden, von einem Mann. Der natürlich darunter „leidet“, obwohl er sich genau das wünscht, sonst würde er es ja auch ändern wollen.

    Der Feminismus stellt nun die mainstreamige antifeministische Denkweise (Frau, freu dich doch endlich darüber, nichts zu melden zu haben!) vom Kopf auf die Füße und bewertet allgemeine Tatsachen neu. Die gewünschte ökonomische Abhängigkeit der Frauu wird zum Maßstab für das „Kindswohl“ und Frauen, die sich entsprechend verhalten, verehrt und geachtet, alle anderen verachtet und auf allerlei Arten diskriminiert.

    Die „Ausreißer_innen“ und deren Ideen finden Antifeminist_innen überhaupt nicht gut, darum werden sie militant und schützen ihre Denkangebote gegen eine andere Sichtweise und zwar mit Zähnen und Klauen, Lügen und viel Wut. Es steht ihr Weltbild auf dem Spiel.

    Feminismus ist nun eine Protest- und Gegenbewegung mit emanzipatorischem Anspruch und in seiner Forderung nach Neubewertung der Situation von Frauen und Männern, die revolutionärste Idee überhaupt und wenn es sich durchsetzt, Beschäftigungsverbote, Ausgrenzung, Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung beim Namen zu nennen, ist schon der erste Schritt zur Veränderung getan.

    Derzeit befinden wir uns in der Phase der Neubewertung der Sachlage durch eben jene autonom denkenden Frauen und Männer, die sich nicht auf die (be)herrschende Bewertung der aktuellen Situation einlassen wollen und die Dinge beim Namen nennen. Die moderne Kommunikation begünstigt dabei das, was sonst gefehlt hat: Vernetzung, Umschau, das Erkennen von Gemeinsamkeiten, die Entwicklung von Ideen und Kampagnen.

    Davor haben jene, die zuvor die nur selten und vereinzelt bestrittene Meinungshoheit inne hatten (Frau, freu dich und wir loben dich! Nieder mit den Femanzen!) ganz fürchterliche Angst. Aus gutem Grund!

    Feministin

    5. Mai 2011 at 08:56

  4. Ich habe in den letzten Tagen mit einigen Menschen über das Thema geredet. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Feminismus nicht diskriminiert (wie du sagst) wird, sondern eher kritisiert. Natürlich nicht die Ziele, sondern viel eher die Umsetzung (bzw das, was man davon mitbekommt ohne sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen). Frage mal getrennt nach Emanzipation und Feminismus und das Bild wird ganz anders aussehen (das gilt imho übrigens auch für die Rezeption des Themas bei Männern).

    Jojo

    6. Mai 2011 at 00:08

    • Ich lese jetzt sozusagen heraus, dass allein das Wort Feminismus die Trolle antreibt, wohingegen Emanzipation die Gemüter nicht so erhitzt? Ich kann das jetzt nicht überprüfen, aber amüsant wäre es schon… Die Emanzipation der Frau entspricht, soweit ich das mitbekommen habe, in unserem Jahrhundert nämlich dem Feminismus.
      Die Umsetzung wird kritisiert, das ist wohl richtig, jedoch werden die Frauen die dahinter stehen und ihn vertreten durchaus diskriminiert: zu Objekten degradiert, aufs Übelste beschimpft… da machst du dir keine Vorstellungen von.
      Das lässt sich sogar an deiner eigenen Aussage festmachen: Du hast die Beobachtung gemacht, dass das Wort Feminismus schon die Gegner auf die Barrikaden bringt. Vielleicht hast du auch selbst schon mit Feministinnen gesprochen – hast du sie, wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist, nachdem das Wort fiel noch ernst genommen? Oder war das Thema danach gedanklich für die erledigt und du hast aus reiner Höflichkeit noch zugehört? Der Feminismus als Begriff ist in einigen Teilen der Gesellschaft äußerst negativ konnotiert und genau so wird mit ihren VertreterInnen auch umgegangen – sie werden nicht ernst genommen bis hin zu Verbalattacken und mehr.
      Die Frage die sich mir auch stellt ist die der kritisierten Umsetzung, die du ansprichst. Wenn sich über die Ziele alle einig sind, weshalb kommen dann keine Beiträge zur Umsetzung aus einer bestimmten Ecke? Ich sehe das so: Mit der Gleichstellung ist es, wie wenn du einem Kind mit zwei Lollies sagst, dass es doch einen abgeben soll, an das Kind, das keinen hat. Auch wenn es objektiv betrachtet dann ein gleiches Recht für beide wäre, ist das Kind, welches abgeben soll, ganz sicher nicht begeistert davon.
      Das ist eine moralische Frage, was man als Erwachsener dann tut: Sorgst du dafür dass das andere auch einen bekommt oder nicht?

      zeitweilig

      6. Mai 2011 at 10:47

  5. Die „Kritik“ am Feminismus kommt dabei nur leider selten über Vorwürfe wie „Männerhass“ und andere Delegitimierungsstrategien hinaus. Feministisch motivierte Kritik an feministischer Theorie und Politik wird komplett ignoriert und aus ‚dem‘ Feminismus eine Bewegung kreiiert, der von der „Natur benachteiligten“ Frauen, die andere bevormunden wollen.

    Wenn eine Feministin A sagt und eine andere B und ein Feminist C, werden alle drei beschimpft, als „Männerhasserinnen“ (die Frauen) oder als „lila Pudel“ (die Männer), weil weder A, B oder C das ist, was Antifeminist_innen hören wollen. Antifeminist_innen nehmen nämlich alles schrecklich übel und reagieren hochaggressiv darauf, was irgendwie mit Emanzipation zu tun hat und eine Forderung nach Autonomie der Frauen auch nur erahnen läßt. Dabei bezieht sich die Bezeichnung „Antifeminist_innen“ auf eben jene Vertreter und Vertreterinnen, die auch wirklich gegen den Feminismus aktiv werden und ihn nicht nur für überflüssig oder überholt halten oder ihn sich komplett egal sein lassen. Nicht jede „Kritik“ am Feminismus ist antifeministisch, sondern eben nur jene, die sich inhaltliche Auseinandersetzung erspart. Natürlich ist ein bloßes Abspulen dümmster Vorurteile keine Kritik, sondern simples Bashing. Davon aber gibt es reichlich. Gegen sachliche Kritik an Inhalt und Forderungen haben auch Feministen und Feministinnen nichts einzuwenden.

    Tatsächlich ist es aber so, dass die Autonomie der Frauen nicht nur ein Reizthema ist, das regelmäßig die immer gleichen populistischen Beschimpfungen hervorruft, sondern dass auch staatlicherseits und medienöffentlich viel dafür getan wird, dass Männer sich NICHT aus ihrer traditionellen Rolle als Mann, Ernährer und Arbeitnehmer emanzipieren können.
    (Nur dass Männer eben dafür materiell entschädigt werden, sich in ihre soziale Rolle zu fügen. Dass sich aber Frauen weigern, ihre Rolle zu leben, obwohl ihnen regelmäßig nicht einmal zugetraut wird, dass sie dies überhaupt begreifen, ist ein kleines Wunder. Gegen die Selbstbestimmung der Frauen wirken darum andere Mechanismen, und nicht zuletzt eben auch die Aggression jener Männer und Frauen, die ihre Privilegien sichern wollen. Die Nichtemanzipation der Männer wird mit einem ökonomischem Vorteil belohnt, aber die Emanzipation der Frauen nicht nur mit einem ökonomischen Nachteil bestraft.)

    Feministin

    6. Mai 2011 at 10:21

  6. Nein, Trolle trollen. Da brauch man nicht zwischen Emanzipation und Feminismus unterscheiden. Ich rede hier von Meinungen, die es durchaus ernst und konstruktiv meinen – aber nicht angenommen, geschweige denn diskutiert werden, weil sie als unqualifiziertes „Mansplaining“ abgeschmettert (bis getrollt) werden. Dem Diskriminierungsproblem zu begegnen indem man es kontert, halte ich für ein eher suboptimales Aufklärungswerkzeug. Das frustriert, spaltet und führt zu einer gewissen Konotation des „Feminismus“-Begriffes ;)

    Ja, ich rede auch mit Feministinnen – und mit einigen sogar sehr gerne :) Und zumindest höre ich zu, wenn ich auch was sagen darf.

    Jojo

    6. Mai 2011 at 18:41

    • Trolle trollen.. das ist leider wahr. ;)
      Ich habe dich wohl falsch verstanden, was Emanzipation und Feminismus angeht… und ich gebe auch zu, dass der Kampf auf beiden Seiten durchaus mit harten Bandagen geführt wird. Ich versuche schon recht sachlich und freundlich zu argumentieren, um es eben nicht allzu sehr hochschaukeln zu lassen – Ganz so einfach fällt mir das allerdings keineswegs. Gerade wenn es auf dem schmalen Grad zum Trollen verläuft, kann ich nur noch den Kopf auf die Tastatur knallen.
      Aber wie viel man dem ganzen sonst begegnen… Hast du alternative Vorschläge?

      zeitweilig

      6. Mai 2011 at 21:10

  7. Irgendwie muss man schon ein starkes Wahrnehmungsproblem haben, wenn man sowas wie
    „Oder finden sie es nicht seltsam, dass bei sexueller Belästigung gesagt wird, sie hätten halt besser aufpassen sollen oder sich nicht so aufreizend anziehen sollen – Anstatt Männern zu sagen, dass Vergewaltigung etwas menschenunwürdiges ist?!“ schreibt.

    Wer sagt bitte das Vergewaltigung etwas anderes als widerwärtig sei?

    mmmm

    11. September 2011 at 21:17

    • Das hat nichts mit Wahrnehmungsproblemen zu tun, sondern evtl. mit einer falsch interpretierten Aussage.

      Niemand sagt, dass Vergewaltigung etwas anderes als widerwärtig sei. Aber es ging nicht um diesen Fakt, sondern darum, dass Frauen gesagt wird, sie würden vergewaltigt werden, weil sie sich zu aufreizend anziehen würden – im Umkehrschluss heißt das nichts anderes, als dass Männer dann ja gar nicht anders könnten – und damit wird es indirekt legitimiert.
      DAS ist das Wahrnehmungsproblem, dass einige haben.

      Vielleicht hast du von den Slutwalks gehört? Genau durch eine solche öffentliche Äußerung eines kanadischen Polizisten, dass Frauen sich nicht wie Schlampen anziehen sollten, wenn sie nicht zu Opfern sexueller Gewalt werden wollen, hat die Protestbewegung ihren Ursprung. Und das zu Recht.

      zeitweilig

      13. September 2011 at 13:49


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