zeitweilig

Ein Blog ohne Sinn und Verstand

Kommentarfunktion

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Da ich längere Zeit inaktiv war, habe ich die Kommentarfunktion in den älteren Artikeln entfernt, werde sie aber aus dokumentarischen Gründen natürlich nicht löschen. Ich habe zudem die Kategorien weiter eingestampft, so dass sich die Artikel nun in “Allgemein“, “Linux” oder “Politik und Gesellschaft” einordnen lassen.

Written by zeitweilig

14. Januar 2012 at 03:24

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Postgender in der Piratenpartei

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Vor ein paar Tagen erschien ein Artikel in der Süddeutschen zur “Geschlechterdebatte im Netz” in Bezug auf die angebliche Postgender-Mentalität in der Piratenpartei Deutschland. Mirjam Hauck suchte wissenschaftliche Belege für oder wider der Behauptung, dass Geschlechterverhältnisse im Netz keine Rolle mehr spielen würden – und wurde überraschenderweise nicht fündig.

Postgender heißt, dass das Geschlecht keine Rolle mehr spielt, dass Machtverhältnisse ausgeglichen sind und keine Benachteiligung mehr stattfindet. Das ein solches Ideal unerkannt schon immer geherrscht haben soll, halte ich allein schon für utopisch – und zum Glück hat das der gefühlt größte Teil der Piratenpartei inzwischen auch erkannt. Zum glück gibt es inzwischen Zusammenschlüsse, wie den Kegelklub, die sich auch wissenschaftlich mit der innerparteilichen Genderdebatte auseinandersetzen. Wie im Artikel erwähnt, zeigen schon Plattformen wie hatr.org oder tausende von Kommentaren in feministischen/queeren/etc. Blogs, wie es um den Sexismus im Netz bestellt ist, nämlich keinen Deut besser als in der Realität. Ja, vielleicht tritt er sogar noch deutlicher auf, da der soziale Druck normgerechten Verhaltens hinter Pseudonymen verschwindet.

Die Piraten berufen sich bei These der häufig auf die Plattformneutralität des Netzes. Diskrimierungsfreie Teilhabe steht also als Ideal für die Herangehensweise an Probleme und Erarbeitung politischer Forderungen der Piratenpartei, wie ctrl+verlust kürzlich treffend feststellte. Genau auf dieser ursprünglichen Idee des Netzes beruht auch die These des Postgender – und wäre das Netz tatsächlich ein unabhängiger Raum, so müsste man sich auch keine weiteren Gedanken darum machen. Aber schon allein dadurch, dass Menschen nicht nur durch das Netz sozialisiert sein können, sondern auch im Offline-Leben geprägt werden, Wertvorstellungen entwickeln und übernehmen, musste diese These scheitern.

Insofern erschließt sich mir nicht, warum in der Süddeutschen nach wissenschaftlichen Belegen für Geschlechterneutralität gesucht wurde – Ich behaupte, dass das (zumindest zu diesem Zeitpunkt) an der Realität vorbei gedacht ist.  Wie man allerdings anfangs auf die Idee kam, sich selbst als Postgender zu beschreiben, ohne sich vorher ernsthaft mit Gender auseinandergesetzt zu haben, ist mir auch noch immer ein Rätsel.

Written by zeitweilig

14. Januar 2012 at 03:13

20 Jahre Linux

Hallo alle da draußen, die Minix einsetzen -

Ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß und professionell sein wie GNU) für 386(486)AT-kompatible Rechner. Das Projekt entwickelt sich seit April und beginnt fertig zu werden. Ich hätte gern Rückmeldungen über Eigenschaften, die die Leute an Minix mögen/nicht mögen, da mein Betriebssystem diesem in einigen Merkmalen ähnelt (gleiches physikalisches Layout des Dateisystems (aus Praktikabilitätsgründen) und einige andere Dinge).

Ich habe im Moment bereits die bash (1.08) und gcc (1.40) portiert, und es scheint zu funktionieren. Das bedeutet, dass ich in einigen Monaten etwas haben werde, womit man arbeiten kann und mich interessiert, welche Eigenschaften die meisten Leute gerne sehen würden. Alle Vorschläge sind willkommen, aber ich kann nicht versprechen, dass ich sie auch einbaue :-)

Linus (torvalds@kruuna.helsinki.fi)

PS. Ja, es enthält keinerlei Minix-Code und das Dateisystem ist multi-threaded. Es ist NICHT portierbar (es benutzt das 386er-Taskswitching etc.) und wird vermutlich nie etwas anderes unterstützen als AT-Festplatten, da ich nur solche besitze :-(

Die Geburtsstunde von Linux, veröffentlicht bei comp.os.minix. Übersetzung gefunden auf Ubuntuusers zum 20. Jahrestag. Herzlichen Glückwunsch :) !

Written by zeitweilig

25. August 2011 at 12:53

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Stuhlgang mit Bezahlzwang

Ich kriege ja ein leichtes Würgegefühl im Hals, wenn ich Artikel wie “Gebührenpflicht für Schulklos: Ich muss mal – zahlen” vom Spiegel lesen muss. Grob zusammengefasst, haben sich inzwischen einige Schulen entschlossen, eine Gebühr für den Toilettengang in den Schulen einzurichten, welche im Gegenzug täglich gereinigt werden. Der Grund für die Misere ist das wenige Geld das den Bildungsanstalten zur Verfügung steht – und zugegebenermaßen sind Schulklos nicht gerade etwas, an das man sich ohne Schaudern erinnern mag.

Was mich aber so extrem ankotzt sind einerseits Aussagen wie: “Händewaschen ist gratis” [...] “Und die Mädels dürfen umsonst in den Spiegel gucken“. Und andererseits die Tatsache, dass man 20mal im Jahr zwar umsonst pinkeln darf, dann aber bitte die “Gratis-WCs” nutzen soll – jene, die nicht regelmäßig gereinigt werden.

Mal abgesehen davon dass es eine Sauerei ist, dass die Schulen keine Gelder dafür haben einfachste Sanitäre Anlagen in Stand zu halten, weil Kriege und Waffenexporte nun einmal wichtiger sind, als die Ausbildung von SchülerInnen… Rege ich mich so maßlos auf, dass durch so ein simples System die Kluft zwischen den sozialen Schichten noch weiter aufklafft und keinerlei Einsicht von den Urhebern dafür vorhanden ist. Sie finden scheinbar normal, dass es sich nicht alle Kinder leisten können eine richtige Toilette benutzen können… Denn genau das ist es, was sie den Kindern damit vermitteln. Sie fördern damit gezielt diskriminierendes Verhalten, genau wie sie gängige Klischees mit ihren Aussagen über die “Mädels” verfestigen.

Großartig.

Update: Ich bekam noch folgenden Artikel gerade zugeschickt: Schlips-Code an Schule: Streber tragen lila, Versager sind blau. Ich möchte mich hiermit übergeben und nehme alles zurück. So schlimm ist das mit den Toiletten noch gar nicht.

Written by zeitweilig

1. August 2011 at 22:09

Ein kleiner Einwurf

In den letzten zweieinhalb Wochen war hier nicht viel zu lesen, was leider an der momentanen Prüfungsphase liegt, die ich durchlaufen darf. Ich war gefühlt rund um die Uhr beschäftigt oder versuchte mich auszuruhen oder irgendwie Entspannung zu finden. Gestern ist nun die vorletzte Prüfung gelaufen (…mitten im August darf ich dann noch einmal ran…) und nun fahre ich in wenigen Stunden los in den ersten kleinen Mini-Urlaub zur wichtigsten Person.

Und dann werde ich mich auch wieder an den Blog hier setzen… Habe überlegt die “Kategorien” zu überarbeiten und Zusammenzufassen in “Allgemein” für solche Statusmeldungen wie diese hier; “Gesellschaft” für alles was man sich darunter vorstellen kann, inklusive den feministischen Themen, Diskriminierung, Überwachung – etwas unschlüssig bin ich, ob ich “Politik” als eigene Kategorie oder unter Gesellschaft packen soll, da die Überschneidungen doch recht stark sind; “Kultur”, der bisher kleinste Anteil in diesem Blog… aber das kann ja noch mehr werden; und letztendlich “Linux”, wo alles aus dem OpenSource-Bereich hinein passt. Die Idee ist, die anderen Kategorien dann in Tags zu verwandeln (wie es teilweise schon geschehen ist) und eine übersichtlichere Gliederung zu gestalten. Oder sollte ich “Feminismus” doch als eigene wählen, einfach durch den hohen Anteil an Artikeln?

Ich bin noch etwas am Überlegen wie man merkt… Aber das wird sich in der nächsten Zeit schon herauskristallisieren.

Bis dahin wünsche ich euch sonnige Tage!

Update: Done. Sechs weniger… und über eine muss ich nochmal nachdenken. Immerhin ein wenig mehr Übersicht. Übrigens sehr praktisch bei WordPress und Werkzeuge -> Daten importieren gibt es die Möglichkeit Kategorien in Schlagwörter umzuwandeln und umgekehrt… So konnte ich automatisch alle Kategorien, bevor ich sie löschen wollte in Schlagwörter umwandeln.

Written by zeitweilig

21. Juli 2011 at 15:45

Wie man bloggt

Ich habe schon gestern einen guten Artikel bei netzwertig gelesen, über die “Like-Kultur” im WorldWideWeb. Um es einmal kurz zu umreißen: Jeder Klick (Like-Buttons jeder Art, Retweets, Besucherstatistiken, etc.) ist wie ein kleines Lob, psychologisch betrachtet also ein positiver Verstärker. Genau diese Bestätigung führt aber laut Neil Strauss dazu, dass User Generated Content und Onlineartikel zu Konformismus führen, um eben diese Bestätigung immer wieder zu erleben.

Viele Nachrichtenportale und Fachmedien tun im Netz alles dafür, ihre Inhalte social-media-tauglich zu machen (Stichwort Hyperdistribution). Und wenn eine spezifische Art von Beitrag besonders viele Favorisierungen bei Facebook erhalten hat (was meist viele neue Besucher bringt), dann ist die Versuchung groß, diesen Erfolg mit einem ähnlichen Ansatz wiederholen zu wollen.

Und da wir uns direkt darin befinden, würde ich dies auch durchaus auf die Blogosphäre beziehen. Mitleser, welche einen eigenen Blog führen können vielleicht nachempfinden, wie Statistiken auf einen wirken oder dass einen eine rege Diskussion in den Kommentaren des eigenen Beitrags einen ziemlich motivieren kann. Aber es verleitet tatsächlich auch dazu ähnlich weiter zu schreiben – früher sagt man vermutlich: es schärft das Profil. Das ist bei mir nicht anders… Als ich in meinen alten Blogs anfing endlich aus dem privaten Erzählbereich heraus zu treten und andere Inhalte zu verwerten, begann ich recht bald gerne auf Ungerechtigkeiten in Politik und Gesellschaft hinzuweisen in einer bestimmten Art und Weise. Klar interessierte mich das auch von mir aus, aber das waren auch die Themen, welche am meisten Rückmeldungen bekamen.

Kurzum denke ich, dass so etwas auch gut gehen kann, weil man vielleicht auf einen Kreis stößt, der das “honoriert”, wofür man sich sowieso interessiert. Schwierig wird es dann, wenn die Meinung auf einmal gegen die der Leser geht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Texte weniger provokant schreiben würde, wenn ich so etwas ahne? Und genau das wäre der erste Schritt zum genannten Konformismus.

Ich möchte an dieser Stelle dazu aufrufen (und auch mich selber wachrütteln) das zu bloggen, was man möchte und denkt. Leser sind gut und wichtig und klar will man sie nicht vergraulen. Aber eine Leserschaft, die immer das gleiche erwartet und nichts anderes akzeptiert, kann doch irgendwie auch kein Idealbild darstellen.Ich behaupte fast, um diese wäre es dann nicht schade… Und gleichzeitig würden sich andere vielleicht für diesen Aspekt interessieren, den man neu für sich entdeckt hat. Letztendlich geht es doch (zumindest mir) beim bloggen darum, seine Themen und Interessen auszuleben und zu teilen und sich eben möglichst nicht von solchen Dingen beeinflussen zu lassen.

Written by zeitweilig

6. Juli 2011 at 11:28

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Das Problem mit den Formulierungen

In den Unterhaltungen, die ich in letzter Zeit geführt habe, fiel mir immer wieder auf, dass es für mich sehr schwierig war auf einige Aussagen meiner Gegenüber zu reagieren. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Äußerungen, die stereotypierend oder stark vereinfacht und dadurch diskriminierend waren. Durch die intensive Beschäftigung mit Feminismus und Diskriminierung in letzter Zeit, habe ich das Gefühl, dass mir solche Aussagen immer direkt ins Gesicht springen. Ich selbst bin der Überzeugung, dass Vorurteile und Stereotypen sich vor allem durch Reproduktion immer fester in uns verankern und genau dagegen sollte man doch angehen?

Zum einen habe ich dann aber die Schwierigkeit, die Gesprächspartner auf solche Aussagen hinzuweisen. Ich möchte natürlich auf die Ungerechtigkeit hinweisen, ich möchte es thematisieren und ich will anderen bewusst machen, was in ihren Worten alles mitschwingt. Aber ich möchte auch nicht Moralapostel spielen und ihnen dauernd auf die Finger klopfen, habe schlicht Angst letztendlich dadurch als Störfaktor angesehen zu werden.

Zum anderen ist es die Reaktion der Gesprächspartner, wenn ich denn einschreite und sie auf ihr Verhalten hinweise, welche mir Schwierigkeiten bereitet. Meistens wird der Einwand dann nämlich einfach relativiert: “jaja… Hast ja recht…”, “Jaja… Aber manchmal trifft das einfach zu…”, “Jaja… weißt doch, dass das nicht so gemeint war…” (Jaja scheint sehr beliebt zu sein ;)). Ein tiefere Auseinandersetzung findet in dem Moment nicht statt.

Natürlich weiß ich, dass sie es nicht so meinen, sondern man in einer Diskussion oder einem Gespräch ja auch mal gerne provoziert oder es auch einfach lästig ist immer p.c. zu formulieren. In nicht so tiefsinnigen Gesprächen mag das dann gerade noch durchgehen und ich verdrehe vielleicht kurz die Augen, aber in tiefschürfenden Diskussionen ist meiner Ansicht nach so etwas fehl am Platz. Meinem Gefühl nach, wird gerade jede Diskussion über Feminismus durch so etwas extrem angeheizt und es herrscht ein Unverständnis, wenn man versucht deutlich zu machen, dass gerade in einer solchen Diskussion platte Verallgemeinerungen nichts zu suchen haben.

Was also tun? Um jeden Preis darauf beharren und seine Überzeugungen propagieren? Oder geht man bei guten Freunden darüber hinweg, weil man ja weiß was gemeint ist? Oder ist gerade das gefährlich? Kennt ihr das auch? Und wenn ja, wie geht ihr damit um und wie lebt ihr damit? Habt ihr euch Grenzen gesetzt, ab wann ihr einschreitet? Versucht ihr es mit Metakommunikation? Habt ihr euch nebenbei mit diesen Personen schon Gespräche darüber geführt und wie haben sie reagiert? Wie ist der Umgang mit nicht so vertrauten Personen?

Ihr merkt, ich würde da gerne eine kleine Diskussion anstoßen… :)

Written by zeitweilig

30. Juni 2011 at 14:36

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